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In Zukunft vielleicht Menschen in Afrika helfen |
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Martin Stupak |
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In welcher Gruppe machst du deine Doktorarbeit und wie lange arbeitest du schon dort?
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Im Mai 2007 arbeite ich seit drei Jahren am Institut für Pflanzenwissenschaften an der ETH Zürich in der Gruppe von Professor Wilhelm Gruissem. Das Ende meiner Doktorarbeit ist nun in Sicht, spätestens im Oktober bin ich fertig. Bis dann muss ich meine Resultate publizieren. Bisher habe ich einen Übersichtsartikel geschrieben. Dies war eine sehr gute Einarbeitung ins Thema.
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Woran forschst Du?
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Ich arbeite mit einer etwas exotischen Pflanze namens Cassava, hier auch als Maniok bekannt, die in bestimmten afrikanischen Ländern als Hauptnahrungsmittel dient. Weil in diesen Ländern oft Mangelernährung herrscht, bekommen viele Menschen nicht genügend Proteine. Damit diese Menschen in Zukunft trotzdem genügend Proteine bekommen, versuche ich eine Cassava Pflanze mit höherem Proteingehalt zu züchten. Mittels Gentechnik versuche ich dazu eine passende Strategie zu etablieren, die später nach Afrika gebracht werden kann und von Kollegen vor Ort im Feld getestet wird.
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Wieso hast du dich für dieses Gebiet entschieden?
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Als Lebensmittelchemiker habe ich mich für eine Spezialisierung im Bereich gentechnisch veränderter Lebensmittel entschieden. Da ich unbedingt im Gebiet der Pflanzengentechnik arbeiten wollte, entspricht mein Forschungsprojekt genau meinen Wünschen. Für mich ist eine direkte Anwendungsmöglichkeit meiner Forschungsarbeit sehr wichtig, ein grundlagenbezogener Forschungsauftrag interessiert mich weniger. Auch wenn meine Arbeit nur eine vorbereitende Stufe für folgende Forschungsprojekte darstellt, motiviert es mich enorm an einem Projekt zu forschen, welches vielleicht für spätere Generationen sinnvoll ist.
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Warum bist du nach Zürich gekommen? Weil die Forschungsgruppe dich interessiert hat oder weil die Stadt dir gefallen hat?
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Für mich war das Ansehen und die Ausrichtung der Forschungsgruppe entscheidend. Noch während meiner Diplomarbeit war ich der Meinung, bei Professor Ingo Potrykus promovieren zu können. Er hatte zu jener Zeit einen sehr guten Ruf und war bekannt für seine anwendungsorientierte Forschung besonders beim Reis. Ich war überzeugt mich bei ihm gut weiterbilden zu können. Selbstverständlich hat sein Nachfolger, Professor Gruissem, einige Projekte von Professor Potrykus weiterverfolgt. Ich arbeite jetzt an einem dieser Projekte.
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Was bietet dir das Plant Science Center oder die Graduate School?
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Ich finde es eine sehr gute Sache, dass verschiedene Kurse angeboten werden. Weil ich es wichtig finde, dass man nicht zu einem Fachidioten verkommt sondern sich ein breites Wissen in verschiednen Gebieten aneignete, habe ich viele transferable skills Kurse besucht. Der Kurs, der mich am meisten beeindruckt hat, ist der zweiwöchige Intensivkurs Basic Management Skills (BMS), der an der ETH angeboten wird. Ausserdem habe ich auch Kurse zu nonviolent communication und scientific communication absolviert. So versuche ich mir neben fachspezifischem Wissen auch andere Fähigkeiten anzueignen.
Auch an der Summer School vom Departement Biologie in Kiental habe ich mich mehrmals beteiligt. Dort ist man drei Tage unter sich und kann sich mit Doktorierenden verschiedener Gebiete austauschen. Es ist jedes Mal wieder eine Herausforderung einem Mäuseforscher zu erklären, was man macht und umgekehrt zu verstehen, woran er oder sie forscht.
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Wie viele Stunden pro Tag verbringst du im Labor?
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Durchschnittlich verbringe ich pro Tag ungefähr zehn Stunden im Labor. Weil die Forschung mir viel Spass macht, ist dies aber kein Problem. Druck verspüre ich vor allem wegen des Publizierens, nicht wegen der Arbeit selber.
Für mich ist die Freizeitgestaltung ein wichtiger Gegenpol zur Arbeit im Labor. Ich singe in einem Gospelchor und geniesse das Sportklettern in den Bergen. Und Zürich bietet sogar Möglichkeiten zum Tauchen!
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Würdest du junge Leute empfehlen eine Doktorarbeit in Zürich zu machen?
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Ja, unbedingt. Zürich als wissenschaftlicher Ort bietet qualitativ hochstehende Forschung in vielen sehr guten Forschungsgruppen. Wenn man selber aktiv ist und auf andere Leute zugeht, kann man einfach Kontakte knüpfen. Die einzelnen PhD Programme könnten hier aber noch unterstützend wirken.
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Hast du bereits Pläne für nach deiner Doktorarbeit?
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Meine Pläne sind noch nicht ganz konkret. Ich könnte mir auch vorstellen, nachher in der Wissenschaftskommunikation zu arbeiten.
Martin Stupak ist Doktorand am Institut für Pflanzenwissenschaften an der ETH Zürich und Mitglied des PhD Programms des Zurich-Basel Plant Science Centers
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