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Ein begeisterter Krebsforscher
Natko Nuber
Der junge Kroate Natko Nuber ist seit anderthalb Jahren als Doktorand bei der Life Science Zurich Graduate School. In seiner Arbeit an der Klinik für Onkologie erforscht er den schwarzen Hautkrebs.

Natko Nuber hat sich sehr gefreut, als er vor gut anderthalb Jahren die Zusage für eine Doktoratsstelle bei Professor Alexander Knuth am UniversitätSpital Zürich erhielt - auch wenn es nicht ganz einfach war, seine Heimat Kroatien zu verlassen. Doch der Start in der Schweiz war schwieriger als erwartet. Obwohl er auch zu Beginn seines Studiums in Zagreb niemanden kannte, war das doch noch einfacher, als in einem fremden Land von Neuem zu beginnen, vor allem, weil er kein Deutsch spricht. Nur schon das Einschreiben an der Universität Zürich war eine Herausforderung! Deshalb hat er die Unterstützung der anderen Doktorierenden des Cancer PhD Programmes, vor allem bei den gemütlichen Treffen bei einer Pizza, sehr geschätzt. Auch fachlich war der Einstieg schwierig, da er neu im Gebiet der Krebsimmunologie war und in kurzer Zeit sehr viel lernen musste.
Die Forschung
Ziel seiner Forschung ist es, die Reaktionen unseres Immunsystems auf den schwarzen Hautkrebs genau zu untersuchen und auf Grund dieser Erkenntnisse, eine Impfung gegen den schwarzen Hautkrebs zu entwickeln. Jede Krebszelle, die als körperfremd erkannt wird, wird von unserem Immunsystem bekämpft. Dabei werden jeweils drei Stadien durchlaufen: Zuerst werden die körperfremden Zellen möglichst beseitigt. Danach entsteht ein labiles Gleichgewicht, in der das Krebswachstum vom Immunsystem in Schach gehalten wird. Doch irgendwann kann eine einzelne Krebszelle ‚entkommen’ und sich vermehren. Jede dieser Phasen kann unterschiedlich lang sein. Erst wenn der natürliche Ablauf der körpereigenen Abwehrreaktionen besser verstanden wird, kann eine effiziente Impfung, welche den natürlichen Vorgang beschleunigt und verstärkt, entwickelt werden. Dazu untersucht der junge Forscher das Blut von Patienten nach der Aktivität ihrer Immunantwort. Er interessiert sich speziell für die CD4 und CD8 T-Zellen, die Zellen des Immunsystems, welche Fremdproteine erkennen. Mit Hilfe von magnetischen Markern, welche spezifisch T-Zellen erkennen, werden diese aus dem Blut herausgefischt. Mit den isolierten Zellen können verschiedene Versuche durchgeführt werden. So kann Natko herausfinden, wie hoch die Konzentration dieser Zellen im Blut der Patienten ist, wie aktiv die Zellen sind und wo genau sie das fremde Protein erkennen.
Das Ziel
Eine zukünftige Impfung würde nicht präventiv allen verabreicht, sondern erst im Frühstadium eines Krebses. Idealerweise werden die Patienten anschliessend kontinuierlich überwacht. Dass eine solche Impfung wirkt, war lange sehr umstritten. „Unser Forschungsgebiet hat viele Höhen und Tiefen hinter sich!“ meint der junge Krebsforscher. Heute ist aber klar, dass eine Impfung das Krebswachstum hemmen kann. Das zeigen auch Patienten, die nicht mehr an eine Lebenschance glaubten und heute, 20 Jahre später, immer noch leben. Bei diesen Patienten ist es gelungen, die Gleichgewichts-Phase, in der das Immunsystem das Krebswachstum unter Kontrolle hat, zu verzögern.
Die Zukunft
Dass er so ein genaues Ziel vor Augen hat, sei eine grosse Motivation, meint Natko. Nichts gegen Grundlagenforschung, aber sein Ding wäre das nicht! Er schätzt den direkten Bezug zum Leben und ist froh, dass er ein ganz spezifisches Problem zu lösen hat. Er geniesst seine Arbeit, so macht es nichts, dass er ab und zu lange Arbeitstage hat, oder am Wochenende kurz ins Labor kommen muss, damit die Gewebekulturen nicht absterben. Als Ausgleich zur Konzentration im Labor, treibt er viel Sport. Schön sei, dass man als Doktorand fast noch ein wenig das Studentenleben geniessen könne: „Man muss natürlich schon arbeiten, aber es ist doch noch nicht so ein ganz richtiger Job.“ Er kann sich vorstellen nach der Dissertation noch ein Postdoc zu machen – irgendwo, wohl nicht in der Schweiz oder in Kroatien. Das sei aber noch weit weg und „dann muss ich wahrscheinlich wieder ganz von Vorne anfangen!“, lacht er.
Natko Nuber ist Doktorand in der Klinik für Onkologie am Universitätsspital Zürich und ist Mitglied des PhD Programms Krebsbiologie.
Autorin: Dr. Petra Bättig-Frey
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